Das Traumhaus

Kürbis Herbstgemüse mit Gruselfaktor » Das Traumhaus

Eine Geschichte über einen, der auszog, um einen Platz im Leben zu finden.
Als er ein Traumhaus fand, nahm die Geschichte ein unerwartetes Ende.

Was der beste Tag meines Lebens war? Als ich mein Haus gefunden habe, ganz klar.
Mein Haus... Das trifft es gar nicht richtig. Klar, es ist mein Haus, aber... Es ist so viel mehr. Es ist Freiheit, es ist ein Traum, es ist... Alles.
Mein ganzes Leben lang habe ich mit meiner Familie zusammengelebt. Ich mag meine Familie, kein Thema, ich mag auch diese Verbundenheit, dass immer jemand für einen da ist...
Aber ich mag es nicht, dass immer jemand für einen da ist. Nie hat man seine Ruhe, nie ist man alleine, überall wuselt es, man kann nichts tun, ohne dass einen die Tante fünften Grades dabei erwischt.
Als Kind war das ja vielleicht noch ganz lustig, weil wir Kleinen ein Spiel daraus gemacht haben, unentdeckt zu bleiben und weil einem die Tante fünften Grades gerne mal einen Keks zugeschoben hat, doch aus diesem Alter bin ich raus. Ich bin sowohl zu alt dafür, Verstecken zu spielen als auch dafür, von meinen Verwandten einen gütigen Blick und etwas zu essen zu bekommen. Leider.
Also, das mit dem Essen.
Ich musste raus da. Das war mir klar. So richtig raus, nicht nur tagsüber.
Was hilft einem das schon, wenn man sich tagsüber die Luft um die Nase blasen lässt, die Stille genießt und einfach für sich ist, wenn man abends zurückkehrt in sein lautes tobendes Heim? Wenn man sich dann die Vorwürfe anhören muss, weil man nicht genug mitbringt? Jeder hängt von jedem ab, jeder ist dazu verpflichtet, die Familie zu versorgen. All die Kinder, all die Alten...
Ich verstehe es ja, wirklich. Was sollen sie sonst tun? Aber würde ich nur mich selbst versorgen, müsste ich mich nicht so aufarbeiten.
Und ich würde abends in ein ruhiges Zuhause kommen.
Ja, das waren meine Gedanken, für eine sehr lange Zeit.
Aber was will man schon tun?
Lieber eine überbevölkerte Wohnung als gar kein Dach über dem Kopf und das war meine einzige Alternative. Schöne Häuser oder Wohnungen sind rar und die, die es gibt, sind schon bewohnt.
Die nicht so schönen auch.
So war das bis zum besten Tag meines Lebens. Und dann kam er eben, der beste Tag meines Lebens. Ich war gerade querfeldein unterwegs, weil ich mich um die Versorgung meines Familienclans gekümmert habe und dann stand es da einfach. Leer, unbewohnt. Ideal für mich.
Ich war so unglaublich glücklich. Ich musste zuschlagen.
Es ist meines. Dieses Traumhaus, so unglaublich groß, so leer, so ruhig - es ist alles, was ich mir je gewünscht habe. Und es ist mein neuer Lebensmittelpunkt. Ich bin sofort eingezogen, auch wenn ich dort erst einmal gar nichts hatte. Hauptsache weg von zuhause! Da habe ich es gerne in Kauf genommen, dass ich auf dem nackten Boden schlafen musste. Immerhin hatte ich ihn für mich alleine und musste ihn nicht mit einer Handvoll Verwandten teilen, von denen einer schnarcht, einer hustet, einer meckert herum, weil er nicht schlafen kann...
Boden ist ganz wunderbar, wirklich.
Das Haus war mein großes Projekt. Ich bin in letzter Zeit echt abgemagert, weil ich wirtschaften musste - jetzt, wo nicht mehr meine Familie auf mich wartete, konnte ich alles so einteilen wie ich wollte und Zeit und Ressourcen gingen für das Haus drauf. Jedes Mal, wenn es sich angeboten hat, habe ich Baumaterialien mitgenommen, habe mein Haus auf Vordermann gebracht...
Und es hat geklappt. Es wurde noch perfekter. Kein nackter Boden mehr, auch kein Gemeinschaftsraum mehr, sondern ein traumhaft ausgepolstertes Schlafzimmer. Kein Speiseraum, in dem sich die ganze Verwandtschaft tummelt, sondern eine ordentlich gefüllte Speisekammer nur für mich. Kein Geschrei mehr, sobald man durch die Haustüre kommt, sondern eine riesige Eingangshalle, in der kein Körnchen Staub und erst recht kein Dreck liegt, abgesehen von allem Verwertbaren, das beim Ausbau des Hauses anfällt - in der sich das Licht spielt, das durch die ebenfalls riesige Türe strahlt. Ich kann sogar von zuhause aus arbeiten.
Es ist genau so, wie ich es mir gewünscht habe - und besser.
Ja, das war es. Bis mir die riesige Türe zum Verhängnis wurde. Also gerade eben.
Ich war nichtsahnend in der Eingangshalle, wollte einfach nur die Aussicht genießen. Die Pause habe ich mir verdient, fand ich, nachdem ich die letzten Stunden meine Kürbiskernvorräte hin und her geschleppt habe. Aber dann hat mir etwas die Sicht versperrt. Etwas sehr Großes, Dunkles, das sich durch die Türe geschoben hat. Dieses Etwas hat in der Eingangshalle herumgetastet und da hat es nicht mehr geholfen, dass ich mich gegen die Wand gedrückt habe - es hat mich erwischt und mich nach draußen gezerrt.
Und da bin ich jetzt. Mit perfekter Sicht auf die strahlend orangefarbenen Wände meines geliebten Hauses, das viel zu kurz mein Zuhause war. Sie werden immer kleiner.
Quasi seit ich auf die Welt kam, haben sie uns vor Katzen gewarnt und verdammt, ich war immer vorsichtig. Ich hätte nie geahnt, dass mein Auszug - und mein Leben - damit endet, dass ich im Maul einer Katze baumle.
Schade. Das Haus war wirklich schön...

Victoria

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Neugierig auf mehr fantastische Geschichten....

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